«Musik wirkt»

Die ambulante Musiktherapie

Kinder mit Behinderungen und chronischen Krankheiten leiden. Wie stark und wie oft ist nicht immer sicht- oder spürbar. Viele können ihre Bedürfnisse und Schmerzen gegenüber Pflegenden wenig äussern. Das macht betroffen. Mit unserer Arbeit wollen wir Leid mindern und die Lebensqualität der pflegebedürftigen Kinder verbessern.

Gut, gibt es die Musiktherapie. Der gezielte Einsatz von Musik bewirkt eine vertiefte Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit der eigenen Bedürfnisse und Gefühle – auch bei Kindern mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit. Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten machen die Erfahrung, dass sich insbesondere bei Epilepsie oder Wachkoma spürbar Entspannung und ein verbessertes Wohlbefinden bei den Kindern einstellen. Die Atmung kann vertieft und damit gestärkt werden.

Je nach Diagnose kann Musiktherapie auch die Entwicklung und Prognose eines Kindes mit einer chronischen Krankheit verbessern.

Leider wird diese erfolgreiche Therapieform bis heute nur im stationären Bereich angeboten. Kinder, die zu Hause gepflegt werden, können davon nicht profitieren. Zudem werden die Kosten für die ambulante Musiktherapie von der IV und den Krankenkassen nicht übernommen.

Deshalb haben wir im 2017 ein Pilotprojekt für eine ambulante Musiktherapie gestartet, zu Hause bei von uns gepflegten Kindern. Mit Erfolg. Das Interesse ist gross und die ersten Erfahrungen äusserst positiv. Die Eltern und die Pflegefachpersonen bestätigen, dass das gemeinsame Musizieren die Konzentration, die Aufmerksamkeit und die Koordination der beteiligten Kinder fördert. Die Vibration der Instrumente regt die Körperwahrnehmung spürbar an. Die verschiedenen Klänge der Instrumente vertiefen das Lauschen. Alles Aspekte, die die Lebensqualität der Kinder erhöhen.

Für die Durchführung der Musiktherapie engagiert die Kifa ausgebildete Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten, die dem Schweizerischen Fachverband für Musiktherapie SFMT angeschlossen sind.

Die Therapie-Kosten übernimmt die Kifa. Sie hat dafür einen entsprechenden Fonds eingerichtet.

«Jonathan kann weder sprechen, noch sich gezielt bewegen. Unruhe und Überreizung erhöhen ausserdem sein selbstverletzendes Verhalten. Er braucht also sowohl Unterstützung zur Kommunikation als auch zur Entspannung. Beides schenkt ihm die Musiktherapie. Sie wird aber leider von der Krankenkasse nicht finanziert. Zum Glück kommt dank der Kifa eine Therapeutin zu uns nach Hause, denn der Transport würde Jonathan aufregen. So kann die Musik noch lange nachwirken, wenn die Therapeutin schon gegangen ist.»

Nadine Hafner, Steckborn

Kontakt

Möchten Sie mehr erfahren über dieses Angebot oder Ihr Kind selber daran teilnehmen lassen? Dann kontaktieren Sie uns.

Theresia Marbach-Jund
Leitung Entlastung & Mittelbeschaffung / IT

Telefon 062 797 82 86
E-Mail
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