35 Jahre Kifa – 35 Jahre voller Geschichten, die uns berühren

In unserem Jubiläumsjahr teilen wir jeden Monat besondere Momente aus unserem Alltag. Den Auftakt macht die Kifa-Pflegefachfrau Regula Schluep. Sie begleitet die pflegebedürftige Mira seit fast 15 Jahren. Eine Geschichte über Mut, Durchhaltewille und grosse Wunder.

Gab es rückblickend einen Moment in all den Jahren, der dich nachhaltig beeindruckt hat?
Bei Mira ging man davon aus, dass Kommunikation aufgrund ihrer Gehörlosigkeit kaum möglich sein würde. Doch die Mutter wollte die Möglichkeit der Gebärdensprache nicht unversucht lassen. Als Mira wider aller Erwartungen mit einzelnen Gebärden begann zu kommunizieren, war das ein bewegender Moment. Ich konnte damals noch keine Gebärdensprache, dann habe ich Kurse für die Kommunikation der alltäglichen Bedürfnisse besucht. Die Möglichkeit, zusammen kommunizieren zu können, hat unsere Beziehung vertieft. Das berührt mich tief.

Was hat dich motiviert dranzubleiben – auch in schwierigen Zeiten?
Da Mira oft ihre Nöte und Sorgen nicht genau mitteilen kann, kann alltägliche Routinepflege zur Herausforderung werden. In den 15 Jahren gab es einfachere und schwierigere Phasen. Was mich trägt, ist die enge Beziehung zu Mira und zu ihrer Familie. Wenn einem ein Mensch wirklich am Herzen liegt, findet man immer wieder die Kraft, auch schwierige Wege gemeinsam weiterzugehen. Und genau diese Herausforderungen machen die gemeinsamen Erfolge umso wertvoller.

Was sagt diese langjährige Begleitung aus deiner Sicht über die Arbeit bei der Kifa aus?
Sie verdeutlicht, wie wichtig Zeit, Vertrauen und Kontinuität sind. Dass ich Mira seit bald 15 Jahren begleiten darf, ist gelebte Bezugspflege. Genau das zeichnet die Kifa seit 35 Jahren aus: Dranzubleiben, Beziehungen aufbauen und Kindern und Familien verlässlich zur Seite zu stehen.

Bild v.l.: Meike van Beem, Mira und Regula Schluep gemeinsam unterwegs in der Ferienwoche Walchwil 2025