Aktuelles Engagement

Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in Kitas

KITAplus Kanton Luzern – eine Motion verlangt nach einer Finanzierungsregelung

Wenn ein Kind sich anders entwickelt als erwartet und eine Beeinträchtigung festgestellt wird, ist dies für die Eltern meist eine sehr schwierige Nachricht. Sie müssen ihr bisheriges Leben umstellen. Abhängig von der Art und Schwere einer Beeinträchtigung brauchen die Kinder intensivere Betreuung. Bis heute finden sich nur wenige familienergänzende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder mit besonderen Unterstützungsbedürfnissen. Hier setzt KITAplus (inklusive Kindertagesstätte) an.

KITAplus ist eine Initiative der Kifa und wurde 2012 im Rahmen eines Pilotprojekts als gemeinsames Projekt mit Kibesuisse (Verband Kinderbetreuung Schweiz) in der Stadt Luzern gestartet. Inzwischen wurde das Programm auf den ganzen Kanton Luzern ausgeweitet. Aktuell werden im Rahmen von KITAplus rund 30 Kinder an durchschnittlich zwei Tagen pro Woche betreut. Insgesamt beteiligten sich schon über 20 verschiedene Kindertagesstätten aus dem gesamten Kantonsgebiet. Dies entspricht rund einem Drittel aller Kindertagesstätten im Kanton Luzern.

Finanzierung

Die Betreuungskosten werden von den Eltern bezahlt. Viele Gemeinden beteiligen sich jedoch an den Betreuungskosten gemäss dem vor Ort gültigen Finanzierungssystems (zum Beispiel mittels Betreuungsgutscheinen). Die Übernahme der Mehrkosten inklusiver Betreuung soll grundsätzlich über das vor Ort gültige Subventionsmodell geregelt sein. Dabei sind die zusätzlichen Kosten subsidiär von den Wohngemeinden und/oder vom Wohnkanton der Eltern zu tragen, so dass den betroffenen Eltern keine Mehrkosten und den inklusiven Kindertagesstätten keine Mindererträge entstehen sollten.

Motion Wolanin verlangt nach einer kantonalen Finanzierungsregelung

Für die Betreuung eines Kindes mit einer Behinderung in der Kita fallen höhere Kosten an, welche für die Eltern eine grosse Belastung darstellen können. Am 3. Dezember 2019 reichte Jim Wolanin, Kantonsrat Kanton Luzern, eine Motion ein. Diese verlangt, dass die Luzerner Regierung für diese Mehrkosten eine Finanzierungsregelung ausarbeitet, um die Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen finanziell zu entlasten. Diese Regelung soll dann ins Gesetz über die Volksschulbildung einfliessen. Die Kifa und weitere Partner haben tatkräftig an der Ausarbeitung der Motion, eines umfassenden Factsheets sowie diversen Expertisen über die Kosten und Finanzierung zur inklusiven Vorschulbetreuung mitgearbeitet.

Nun liegt der Ball bei der Luzerner Regierung. Diese erarbeitet bis Frühling/Sommer 2020 eine Botschaft zuhanden des Luzerner Kantonsrates. Der definitive Entscheid fällt darauf im Luzerner Kantonsrat. Bis dahin begleitet die Kifa die Entscheidungsfindung aktiv und nimmt Einfluss auf die öffentliche Meinung und die Kantonsräte.